Rentenbescheid prüfen – auch nach Jahren noch möglich

Einige Rentenbescheide enthalten Fehler, die sich negativ auf die Rentenhöhe auswirken können. Daher sollte jeder Bescheid akribisch auf seine Richtigkeit und Vollständigkeit überprüft werden.

Einen Rentenbescheid erhält derjenige, der einen Antrag zum Beispiel auf Alters- oder Hinterbliebenenrente gestellt hat. Das Schreiben ist sehr umfangreich und im Allgemeinen recht komplex. Dennoch kann jeder Ruheständler die Mitteilung erst einmal selbst daraufhin prüfen, ob sich leicht erkennbare Fehler eingeschlichen haben. Als Erstes sollte man alle Zahlen, auch das Geburtsdatum und die Versicherungsnummer, auf eventuelle Zahlendreher untersuchen. Die Sachbearbeiter bei der Rentenversicherung können sich bei der Eingabe der Daten eventuell geirrt haben. Weiterhin sollte der Rentner den beschriebenen Rentenverlauf einer genauen Prüfung unterziehen. Dabei müssen alle angegebenen Versicherungszeiten, Fehlzeiten und Bruttolöhne korrekt und vollständig aufgeführt sein und dem eigenen Lebenslauf genau entsprechen. Nachprüfungen haben ergeben, dass sich besonders häufig Fehler in die Rentenbescheide einschleichen, wenn der Arbeitgeber oft gewechselt wurde oder es lange Krankheits- oder Arbeitslosenzeiten gegeben hat.

Diese Bearbeitungsfehler lassen sich mithilfe einer gründlichen Kontrolle leicht selbst feststellen. Innerhalb eines Monats, nachdem der Bescheid zugegangen ist, ist der Widerspruch schriftlich und mit der entsprechenden Begründung bei der Rentenversicherung einzureichen. Auch wenn der Rentenbescheid schon einige Jahre alt ist, lassen sich die Angaben noch überprüfen. Sind sie fehlerhaft, erhalten die Rentner allerdings nur Nachzahlungen für die letzten vier Jahre. Eine Prüfung kann sich auch schon deshalb lohnen, weil eine Altersrente im Durchschnitt 17 Jahre lang bezogen wird und sich damit auch kleine Summen rechnen, die der Rentner pro Monat mehr erhält.

Viele Widersprüche werden schon im Vorfeld anerkannt, ohne dass diese dem Widerspruchsausschuss vorgelegt werden, weil die Fehler offensichtlich sind. Fast die Hälfte der weiteren Widersprüche wird zugunsten der Rentner entschieden. Ist man mit dieser Entscheidung nicht einverstanden, kann Klage vor dem zuständigen Sozialgericht erhoben werden.

Um den Rentenbescheid daraufhin zu prüfen, ob alle rentenrechtlichen Bestimmungen und Regelungen eingehalten wurden, sind Fachkenntnisse erforderlich. So kann ein Laie in der Regel nicht wissen, ob die Referendariatszeit als rentenrechtliche Zeit anerkannt werden muss oder nicht. Mit einer professionellen Renten-Software ist es möglich, diese Fragen zu klären. Ebenso kann der Rentenbescheid von einem unabhängigen Rentenberater, für dessen Beratungsleistung Honorar zu zahlen ist, überprüft werden. Das sollte zeitnah nach dem Erhalt des Bescheids geschehen, damit die Frist für den Widerspruch noch gewahrt werden kann. Ebenso bieten Sozialverbände und die Renten- und Versorgungsämter von Kommunen und Kreisen Beratungen zum Thema Rente an.